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Die Historie

Vom Munitionslager zum naturnahen Lebensraum für Mensch und Tier

Groß angelegte Konversionsprojekte in Schleswig-Holstein drohen schon zu scheitern, bevor sie richtig begonnen haben. In Kropp haben sich die Gemeinde und eine kleine Investorengruppe aufgemacht, das ehemalige Munitionsdepot behutsam und beständig zu einem naturnahen Park für Artenschutz, Tourismus und Arbeit umzuwandeln.

Seit geraumer Zeit herrscht hinter dem Maschendrahtzaun geschäftiges Treiben im ehemaligen Muna-Gelände in Kropp. Dort, wo sich bis 2003 das größte schleswig-holsteinische Munitionsdepot der Bundeswehr befand, entwickelt sich langsam der "Wisentpark Kropp".

Zur Geschichte

Das Munitionsdepot wurde von 1939 bis 1941 als Munitions- und Materiallager für den Luftwaffenstützpunkt Jagel angelegt. Ab 1945 unter englischer Verwaltung übernahm die Bundeswehr das Depot 1956. Mit einer Vielzahl von Zivilangestellten zählte das Depot bis Anfang der 2000er Jahre zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region. Erste Überlegungen zur Schließung des Depots gab es schon Anfang der 1990er Jahre. Das endgültige Aus kam 2003 mit Eröffnung des Depots in Enge-Sande, das die Funktion nach neuesten Anforderungen übernahm.

Die Gemeinde Kropp bemühte sich in dieser Phase intensiv um Interessenten für eine Nachnutzung. Die Überlegung, den größten Teil des insgesamt 184 ha großen Waldgeländes als Gehege für das vom Aussterben bedrohte letzte heimische Wildrind, den Wisent zu nutzen, stieß auf große Resonanz. Bereits zu Bundeswehrzeiten hatten örtliche Naturfreunde sich erfolgreich um den Ausbau von Bunkern zu Überwinterungsquartieren für Fledermäuse bemüht. Das Depot stellte eine Naturoase der besonderen Art dar.

In Folge konzentrierte man sich auf ein Konzept, das den Schwerpunkt auf die Sicherung von Flächen für den Natur- und Artenschutz legte und Möglichkeiten für eine touristische Entwicklung vorsah. Eingebettet ist die Nachnutzung der bestehenden Gebäude für Gewerbe- und Dienstleitungszwecke.

Die Realisierung einer Idee

Ende 2006 kauften die jetzigen Eigentümer das Gelände einschließlich der Straßen vom Bund. Das gesamte Gelände befindet sich seither in Privatbesitz. Den Investoren war eine behutsame Entwicklung des weitgehend naturbelassenen Geländes in Anlehnung an den englischen Landschaftspark wichtig. Die ersten Bausteine wurden bereits gelegt.